Totenbruderschaft Öhningen-Ramsen 1661

"Vergiss deines Bruders nit" – Dies ist der Grundsatz einer bemerkenswerten katholischen Vereinigung des südwestdeutschen und angrenzenden schweizerischen Raums.
 
Gegründet nach dem Dreißigjährigen Krieg von Augustiner-Chorherren des damaligen Öhninger Klosters hat sich die Gemeinschaft diesen Leitspruch seit 1661 erhalten. Die Totenbruderschaft Öhningen-Ramsen gestaltet das Seelenamt für verstorbene Brüder mit und begleitet deren Beerdigung, kümmert sich aber auch um in Not geratene Menschen, wobei sich dieses Engagement heute weltweit erstreckt. Besonders unterstützt die Bruderschaft die soziale Einrichtung der "Kinderkrebsnachsorgeklinik Katharinenhöhe" in Schönwald/Schwarzwald und andere verschiedene Projekte in Afrika.

Sie zählt bis heute immer genau 101 Mitglieder. Diese setzen sich zusammen aus Öhningen und dem schweizerischen Ramsen, sowie dem aktuellen Pfarrer der Stiftskirche Öhningen als Präses. Die Mitgliedschaft wurde üblicherweise durch Väter und Schwiegerväter an den ältesten männlichen Nachkommen vererbt, da bis in die heutige Zeit den Frauen die Mitgliedschaft verwehrt ist. Das Interesse an der Bruderschaft ist heutzutage immer noch ungebrochen, da sogar eine Warteliste für die Aufnahme besteht.
 
Neben der Durchführung von monatlichen Seelenmessen ist der Totenbruderschaft der Erhalt der Totenkapelle "Maria zum guten Trost" übertragen; ebenso trägt sie zur Renovierung von weiteren Kapellen, Denkmälern und Feldkreuzen bei. Im Jahr 2020 konnte die Totenkapelle "Maria zum guten Trost" dank Spenden und Mitgliedsbeiträgen im Innenraum komplett renoviert und die Außentreppe saniert werden. Die Kapelle ist nicht frei zugänglich.
 
Monatsmessen 2026
Donnerstag 29. Januar 19.30 Uhr Monatsmesse in Ramsen  
Donnerstag 26. Februar 19.30 Uhr Monatsmesse in Öhningen  
Donnerstag 26.März 19.30 Uhr Monatsmesse in Wiesholz  
Donnerstag 25. April   Ausflug  
Donnerstag 28. Mai 19.30 Uhr Monatsmesse in Schienen  
Donnerstag 25. Juni 19.30 Uhr Monatsmesse in Kattenhorn  
Freitag 24. Juli 19.30 Uhr Monatsmesse mit anschließendem Sommerfest in Öhningen  
Donnerstag 24. September 19.30 Uhr Monatsmesse in Stein a. R.  
Donnerstag 29. Oktober 19.30 Uhr Monatsmesse in Insel Werd  
Samstag 21. November 10.00 Uhr Großer Brudertag in Öhningen mit gemeinsamem Mittagessen  
Donnerstag 17. Dezember 19.30 Uhr Monatsmessen in Öhningen, gleichzeitig Bußgottesdienst vor Weihnachten  
                        
Nach den Messen treffen sich die Mitbrüder zu einer Einkehr.
 
Die Totenbruderschaft Öhningen-Ramsen 1661 im Jahr 2017
 
 

Kapelle „Maria zum guten Trost“ in Öhningen

Die Kapelle „Maria zum guten Trost“ steht am nördlichen Rand des Kloster-Areals. Zusammen mit der benachbarten Vogtei (heute Rathaus) und der Stiftskirche umschließt sie den Kirchplatz.
 
Die kleine Kapelle wurde gleichzeitig mit der Stiftskirche im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts erbaut und ist zweigeschossig ausgeführt.
 
Im Obergeschoss befindet sich der Kapellenraum. Aus dem 17. Jahrhundert stammen das Vortragkreuz und der Altar. Im 19. Jahrhundert wurden die Altarblätter ersetzt; dabei wichen die Darstellungen des heiligen Blasius und der heiligen Elisabeth (oben) den Darstellungen Mariens als Trösterin der armen Seelen und des heiligen Michaels (oben). An der bemalten Altarwand sind die Seligpreisungen zu lesen.
 
 
Das Untergeschoss mit seinem Tonnengewölbe diente schon immer als Beinhaus. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts fanden hier die Öhnin­ger Augustiner-Chorherren ihre letzte Ruhestätte.
 
      
 
Im Dachreiter hängt seit 1954 eine kleine Glocke, geweiht dem Erzengel Mi­chael und gestiftet von dernach den Wirren des Dreißigjährigen Krieges 1661 gegründeten Totenbruderschaft Öhningen-Ramsen. 

Die großzügige Renovierung und Unterhaltung der kleinen Totenbruderschaftskapelle ist nicht das einzige Engagement der Totenbrüder in heutiger Zeit.
 
 
Das Innere der Kapelle ist nicht frei zugänglich.
 
Ansprechpartner