Kirche St. Blasius in Bankholzen

Die Kirche St. Blasius in Moos-Bankholzen ist eine ursprünglich barock angelegte Saalkirche. Zu einer eigenen Pfarrei wurde Bankholzen im Jahr 1829, nachdem Bankholzen ab 1816 zu Weiler und davor zu Bohlingen gehört hatte.
 
Das Patrozinium wird am oder um den 3. Februar gefeiert, dem Gedenktag des Heiligen Blasius.
 
Im Jahr 1470 wurde erstmals eine Kapelle in Bankholzen erwähnt. Der Vorgängerbau der heutigen Kirche wurde 1497 erbaut. Er erhielt seinen Turm in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Dieser spätgotische Turm ist noch heute erhalten. Als einziges Ausstattungsstück aus dieser Zeit gibt es heute noch ein spätgotisches Taufbecken.
Alles andere wurde um 1750 durch ein Erdbeben zerstört. Die Kirche wurde danach neu aufgebaut.
 
 
Mehrfach wurde die Kirche umgebaut und umgestaltet:
  • 1824 wurde die Kirche kurz vor der Erhebung zur Pfarrei (1829) restau­riert.
  • 1839/40 erfolgte eine Verlängerung um 12 Fuß von drei auf vier Fenster (Südseite). 
  • Die Sakristei wurde 1868 im Osten angebaut, nachdem sie bis dahin im Kirchturm untergebracht war.
  • Pläne zu einer Erweiterung 1927 konnten aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht verwirklicht werden, die Kirche wurde lediglich außen neu verputzt und innen durch den Kirchenmaler Moriell von Radolfzell neu bemalt.
  • Im Jahr 1952 wurde die Grundfläche durch Teilabriss und Neuaufbau der West- und Nordwand ungefähr verdoppelt. Die Länge wuchs um weiteres Fenster auf fünf, neu mit Rundbögen.
  • In den Jahren 1952 bis 1956 wurde die Kirche dem damaligen Stil entsprechend radikal modernisiert. Seitdem gibt es kaum Spuren aus früheren Bauphasen, und die Kirche wirkt seitdem bis auf den Turm wie ein Neubau aus der Mitte des 20. Jahrhunderts.
  • 1956 wurde der Turm um 7 Meter erhöht, um die erweiterte Kirche deutlich zu überragen. Der südöstliche Treppenzugang wurde entfernt.
  • Im Rahmen einer Renovation 1974 schuf Fritz Dummel das noch heute zu sehende Altarbild.
  • Bis 1990 wurde der seitlich Treppenzugang entfernt und eine neue Treppe vor dem Haupteingang an der Westseite geschaffen.
  • Bis 2007 war die politische Gemeinde in der Baupflicht. Nach deren Ablösung wurden 2008 die Kirche außen und der Turm innen und außen renoviert. 
 
Das bedeutendste ältere Ausstattungsstück ist ein spätgotisches Taufbecken in Glockenform. Nach der Zerstörung der Vorgängerkirche im 18. Jahrhundert ist es als einziges Ausstattungsstück aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erhalten.
Dieser Taufstein wurde aus grauem Sandstein hergestellt und ist achteckig aufgebaut. Später wurde ein neogotischer Holzdeckel hinzugefügt. Er enthält Darstellungen der Evangelistensymbole und ein goldenes Kreuz mit Dreipassenden. 
 
Das Kruzifix rechts vor dem Chorraum zeigt eine um 1600 entstandene Christus-Skulptur aus Holz auf einem neueren Kreuz. Die drei Strahlen um das Haupt Christi sind vermutlich eine barocke Zutat.
 
Das großformatige Blasius-Gemälde an der linken Außenwand wurde 1841 von Nikolaus Hug aus Konstanz geschaffen, ursprünglich wohl als Altarblatt. Es zeigt den Heiligen Blasius vor der armenischen Stadt Sebaste, heute Sivas im Nordosten der Türkei.
 
Blasius war Bischof von Sebaste und starb um 316 als Märtyrer während einer der Christenverfolgungen im Römischen Reich. Das Attribut der brennenden Kerze geht auf die Legende zurück, dass er durch Gebet und durch sein Eingreifen einen Jungen heilte, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte. Aus der ursprünglichen alljährlichen Opferkerze der Mutter wurde die noch heute am oder um den 3. Februar übliche  Erteilung des Blasiussegens zum Schutz gegen Halskrankheiten.
Der Heilige Blasius zählt zu den 14 Nothelfern. Er gilt auch als Schutzpatron der Ärzte, Blasmusikanten, Bauleute, Schneider, Weber, Schuhmacher, Gerber und der wilden Tiere.  Er wird gegen Halsschmerzen, Zahnschmerzen, Blasenleiden, Blutungen Geschwüre und Pest angerufen. 
 
Das Altarbild im Chorraum wurde 1974 vom einheimischen Kunstmaler Fritz Dummel geschaffen. Es zeigt den auferstandenen Christus zusammen mit dem Heiligen Bla­sius und der Heiligen Elisabeth. Das Sgraffito besteht aus vier verschiedenfarbigen Putzschichten; tiefer liegende Schichten werden durch Abkratzen oberer Schichten freigelegt, wodurch die Farbwirkung entsteht.
 
Der Tabernakel wurde 1982 vom einheimi­schen Steinmetz Fritz Hangarter geschaffen.
 
Am westlichen Ende des Langhauses befindet sich auf dem Dach ein Storchennest, zu dem jedes Jahr ein Storchenpaar zur Aufzucht seiner Jungen zurückkehrt.
 
 

Orgel

 
Die Orgel wurde 1999 von Orgelbau Harald Rapp aus Mengen als Opus 26 in einem neuen Eichengehäuse neu erbaut. Das Instrument hat 15 klingende Register auf zwei Manualen und Pedal, die teilweise aus dem pneumatischen Vorgängerinstrument (*) stammen, das im Jahr 1866 durch Orgelbauer Müller (Konstanz) umgebaut wurde. Die Spieltrakturen und Registertrakturen sind mechanisch.
 
I Hauptwerk C-g3 II Schwellwerk C-g3 Pedal C-f1
Principal 8'
Bourdon 8'
Octave 4'
Blockflöte 4'
Superoctave 2'
Quinte 11/3' (Vorabzug)
Mixtur 3-4f. 11/3'
Flöte * 8'
Gamba * 8'
Salicional * 8'
Flute d'amour * 4 ́
Quinte 22/3' (Vorabzug)
Sesquialter 22/3 + 13/5'
Schwiegel * 2'
Tremulant
Subbass * 16'
Gedecktbass 8' aus Subbass
Octavbass * 8'
Choralbass 4' aus Oktavbass
 
  • Koppeln: II/I als Griff, I/P, II/P als Tritt
  • Spielhilfen: Schwelltritt II
  • 16 Registerzüge, Koppel II/I und Tremulant als weiterere Griffe
  • Schleifladen
 

Glocken

 
Nr. Name Gussjahr Gießer, Gussort Durchmesser
Masse
Schlagton  
1 St. Blasius 1951 Benjamin Grüninger, Straß b. Neu-Ulm 850 mm 450 kg b'+1  
2   1712 Leonhart Rosenlecher (II), Konstanz 690 mm 340 kg des"+1  
3   1951 Benjamin Grüninger, Straß b. Neu-Ulm 640 mm 175 kg es"+1  
 
Im Jahr 1763 wurden zwei Glocken von der Konstanzer Glockengieße­rei Rosenlechner in Bankholzen eingebaut.
1848 wurde erwogen beide Glocken einzuschmelzen, da sie unharmonisch klangen. Offen­sichtlich erhielt man zumindest eine von beiden.
Die kleinste der seit 1951 erklingenden Glocken ist eine Stiftung der Gemeinde von 1924 für die Gefallenen.
 
 
Die Bilder sind noch nicht fertig, sie werden noch entwickelt...  
 
Eine Panoramaaufnahme von Bankholzen finden Sie unter www.moos360.de - „Bankholzen“
 
 
 
Umgestaltung?
Modell zur Umgestaltung, Blick in Richtung derzeitiger Altarraum
Modell zur Umgestaltung, Blick in Richtung derzeitige Orgelempore
Eine Sanierung des Innenraums steht an. Während eine reine Renovierung unter Beibehaltung vieler existierender Elemente diskutiert wird, steht auch eine zukunftsfähige Umgestaltung nach Plänen des Architekturprofessors Heinrich Döhmen im Raum. 
 
Dabei würden Eingang und Orgel auf die gegenüberliegende Seite wechseln, und der Kirchenraum würde gedreht werden. 
Stühle statt Kirchenbänken würden eine flexible Nutzung erlauben und dem Communio-Gedanken des II. Vatikanischen Konzils nachkommen. 
 
 

 
Hier wird gebaut...
Demnächst mehr...
Man darf gespannt sein...