Die Kirche St. Johann und Vitus in Gaienhofen-Horn ist eine spätgotische Saalkirche mit reichhaltiger Barockausstattung. Sie geht im Kern auf eine romanische Vorgängerkirche zurück und gilt als Wahrzeichen von Horn: In ihrer exponierten Lage auf einer leichten Anhöhe am östlichen Rand von Horn ist sie weithin sichtbar.
Die Kirche trägt den Titel des Heiligen Johannes der Täufer und des römischen Märtyrers und Heiligen Vitus (St. Veit).
Das Patrozinium wird am oder um den 24. Juni gefeiert, dem Johannes-Fest.
Das Patrozinium wird am oder um den 24. Juni gefeiert, dem Johannes-Fest.
Im Jahr 1155 wurde erstmals eine Pfarrkirche von Horn erwähnt. Das Mauerwerk enthält noch heute Reste aus romanischer und gotischer Zeit. Der Staffelgiebelturm wurde um 1553 erbaut und 1673 gründlich restauriert.

Im Jahr 1717 wurde die Kirche unter dem Konstanzer Bischof Johann Franz von Stauffenberg umfassend umgebaut: Langhaus, Chor und Fenster wurden verändert, es entstand die barocke Saalkirche mit Rundchor, wie wir sie heute kennen.
Das Wappen von Bischof von Stauffenberg ist über dem Hauptportal zu sehen. Die Kirche gehörte damals zum großen Hof des Konstanzer Bischofs. 1806 ging das Patronatsrecht an den Großherzog über.
Im Jahr 1718 erhielt die Kirche den vom Konstanzer Domkapitel geschenkten spätgotischen Hochaltar mit zwei kostbaren, um 1500 geschaffenen Altarbildern.

Im Hochaltar sind dargestellt
- im Hauptbild die nicht biblische Szene der Vermählung Mariens,
darüber die Heiligste Dreifaltigkeit, - links der Kirchenpatron Johannes der Täufer,
- rechts der Heilige Mauritius (römischer Märtyrer um 290).
- Der Tabernakel wurde 1764 geschaffen.
Die beiden um 1500 geschaffenen Altarbilder des Konstanzer Malers Matthäus Gutrecht des Älteren sind vom Hochaltar abgesetzt. Sie zeigen
- links „Mariä Verkündigung“,
- rechts die „Anbetung der Könige“.
Die normalerweise nicht sichtbaren Rückseiten zeigen folgende Heilige:
- Konrad von Konstanz (Bischof †975) und Antonius der Einsiedler (†356)
- Leonhard und Mauritius
Die Seitenaltäre stammen aus der Zeit um 1670. Dargestellt sind
- links eine spätgotische Madonna,
darüber die Heilige Katharina von Siena (Kirchenlehrerin †1380), - rechts der Heilige Sebastian (Märtyrer um 306),
darüber der Heilige Vitus (Märtyrer um 304).


- Hieronymus (345 - 420) mit Löwe,
- Gregor der Große (Papst v. 590 - 604) mit Tiara,
- Augustinus (Bischof, 354 - 430) mit einem Herz,
- Ambrosius (Bischof, 333 - 397) mit Bienenkorb.
Die historische Sakristeitür vom Chorraum zur Sakristei stammt aus dem Kloster Grünenberg, das zwischen Horn und Weiler lag und im Rahmen der Säkularisation 1808 aufgehoben und 1830 abgerissen wurde.
An den Wänden im Langhaus befinden sich eine Reihe von aus Sandstein gefertigten, farblich neugefassten Epitaphen (Grabdenkmäler) des 17. und 18. Jahrhunderts, die an bischöfliche Amtsleute erinnern, z.B. an bischöfliche Vögte von Gaienhofen, etwa die Herren von Liebenfels oder von Coppenhagen.





Gegenüber der Kanzel ist das Dorf Horn unter dem Schutz der Heiligsten Dreifaltigkeit und Johannes des Täufers, sowie der Heiligen Agatha oder Verena dargestellt.
Der Kreuzweg ist mit 14 Bildern dargestellt.

Figuren im Langhaus sind links der Heilige Sebastian und rechts der Heilige Rochus, beides Schutzpatrone der Pestkranken.
An der Rückseite unter der Empore zwei kleine Statuen des Heiligen Dominikus (Ordensgründer †1221) und der Heiligen Katharina von Siena.
Im Mittelgang Maria und Johannes der Apostel unter dem Kreuz, das über dem Altar zu sehen ist.

Die Kirche ist nach Osten ausgerichtet und wird nach Norden, Osten und Süden vom weiträumig ummauerten Friedhof umgeben.
Der massive und sehr alte Glockenturm (um 1553) ist südlich an den Chorraum angebaut und beherbergt im Erdgeschoss einen Teil der Sakristei.
An der Giebelfassade im Westen befindet sich von der Kirchgasse her der Haupteingang, überdacht von einem durch Holzsäulen gestützten Vordach. Über dem Portal ist das Wappen des Konstanzer Bischofs Johann Franz von Stauffenberg zu sehen, unter dem die Kirche 1717 umfassend umgebaut wurde.
Die letzte Innenrenovierung wurde 1996 durchgeführt, die Sakristei und das Innere des Glockenturms wurden 2021 saniert.

In Horn wäre der Großherzog von Baden gern Pfarrer geworden, wenn er nicht schon die Bürde des Großherzogamtes zu tragen gehabt hätte. Solches zumindest ist auf einer Gedenkplatte an der Ostseite der Kirche zu lesen. Was dem Großherzog so gut gefallen hatte, ist noch heute ein beliebtes Ausflugsziel: Die erhöhte Lage erlaubt einen Panoramablick über den Untersee auf die Insel Reichenau, das thurgauische Seeufer, die Silhouette von Konstanz bis zu schneebedeckten Alpengipfeln. Der Aussichtspunkt gilt als einer der schönsten am Bodensee.

Eine 360°-Panoramaaufnahme finden Sie unter www.gaienhofen360.de - „Kirche St. Johann“
Orgel
| I Hauptwerk C-g3 | II Schwellwerk C-g3 | Pedal C-f1 |
|---|---|---|
| Prinzipal 8' Gemshorn 8' Oktave 4' Querflöte 4' Superoktave 2' Mixtur 4-5-fach 11/3' | Gedeckt 8' Salicional 8' Jt. Prinzipal 4' Blockflöte 4' Nachthorn 2' Cimbel 2-3-fach 2/3' Rohrschalmey 8' Tremulant | Subbass 16' Zartbass 16' Windabschwächung Oktavbass 8' Holzgedeckt 8' Transmission aus II Gedacktpommer 4' |
- Koppeln: II/I, I/P, II/P als Wippen
- Spielhilfen: HR + 1 Fr. Kombination + Tutti; Crescendo-Walze; Schwelltritt II; Walze ab; Rohrschalmey ab; Aut.P.Ped. an
- 18 Registerwippen, weitere 4 Wippen für Koppeln und Tremulant
- Elektropneumatische Kegelladen

Glocken
| Nr. | Name | Gussjahr | Gießer, Gussort | Durchmesser | Masse | Schlagton | |
| 1 | Heiligste Dreifaltigkeit | 1675 | Rosenlecher II, Konstanz | 1195 mm | 930 kg | e'+14 | Bronze |
| 2 | Johannes der Täufer | 1731 | Rosenlecher III, Konstanz | 960 mm | 550 kg | g'+7 | Bronze |
| 3 | Heiliger Josef | 1705 | Rosenlecher II, Konstanz | 820 mm | 310 kg | c"+10 | Bronze |
Die Glocken hängen in einem historischen Holzglockenstuhl.



















