Die Klausur beginnt mit einem geistlichen Impuls; ein weiterer geistlicher ‚Haltepunkt‘ ist dann der gemeinsame Besuch der Heiligen Messe, die die Beuroner Benediktiner-Mönche unter Leitung ihres Abtes Samstagvormittag zusammen mit Gästen in der Klosterkirche feiern.
Die inhaltliche Arbeit am Freitagnachmittag / -abend und Samstagvormittag / -mittag ist dann methodisch geprägt durch den Wechsel von Austausch-Runden im Plenum und in kleinen Murmel- bzw. Arbeitsgruppen, Erläuterungen zu offenen Fragen durch Karl Seiler und (in kleinem Umfang) Hermann Schwörer, der Erarbeitung von Zukunftsvorstellungen zu ‚unserer‘ kirchlich-katholischen Gemeinde auf der Höri, die mit Verstehens-Hilfen und Perspektiven seitens Karl Seiler abgerundet werden.
Beim Einstieg in die Arbeit am Freitag zeigen sich sehr vielfältige, unterschiedliche Ansätze und Vorstellungen von dem, was Kirche auf der Höri zukünftig sein könnte und sollte, auch eine gewissen Hilf- und Orientierungslosigkeit (wie soll das alles gehen, finden sich überhaupt Engagierte und Befähigte wo ist mein Platz in der Zukunft, müssen wir befürchten, in einer ‚Pfarrei-Neu‘ allein gelassen zu werden?
Es zeigt sich aber dabei auch ein Reichtum an Aktivitäten und Vorschlägen und Engagement-Bereitschaft, der hier nur verkürzt wiedergegeben werden kann (vgl. auch Anhang):
- Beteiligung an Katechese
- Die Kirchen (-Gebäude) auf der Höri zur Geltung bringen
- Gastfreundschaft leben / Willkommenskultur (gegenüber Jedermann / -frau, Tourismus, Geflüchtete, Kinder-Jugend-Familien)
- Kitas als pastorale Orte
- Einfache Patrozinien-Feiern
- Kirchenkaffee
- Freiluft-Gottesdienste
- Messdiener-Gruppen
- Besuchsdienste / Krankenkommunion / persönliche Seelsorge
- Mit Jugendlichen Zukunftsfragen in den Blick nehmen
- Kooperationen eingehen (evang. Kirche, Kultur, Tourismus, Vereine...)
- Themenabende, Bildungsarbeit
- Wort-Gottes-Feiern, Einladung zum Gebet
- Andere Kirch-Orte entdecken und kultivieren
Klar ist und wird, dass es zur Weiterarbeit, womöglich Weiterentwicklung des kirchlichen, des Gemeindelebens neben dinglichen Voraussetzungen (Orte, Räume – aber welcher Art?, Material, Technik) Kommunikation-Vernetzung-Team und darin Verantwortung .. also LEITUNG bedarf; nicht so einfach zu klären ist, wie diese Leitung von wem wahrgenommen werden kann; damit sind die Pfarrgemeinderäte beim Kern-Auftrag ihrer Klausur angekommen:
Wie kommen wir zu Gemeindeteams bzw. einem Gemeinde-Leitungsteam, wie kann dieses arbeiten, was ist dessen / deren Aufgabe und Kompetenz? Und: Wie erhalten wir die Freude an unserem Tun, bzw. wie schützen wir die Engagierten vor Überforderung?
Hier verstehen die Pfarrgemeinderäte zunächst, dass die Bildung der Pfarrei-Neu, so wie sie geplant ist, auch als Entlastung verstanden werden kann:
- Die Gesamtleitung der Pfarrei-Neu ist verantwortlich dafür, dass alle Gläubigen in ihrem Gebiet Zugang zu Sakramenten, Katechese, Seelsorge haben. Ob allerdings ein regelrechtes Gemeindeleben bleibt bzw. entsteht, hängt stark vom Engagement vor Ort ab.
- Die Hauptamtlichen werden sich nicht in eine entfernte Zentrale zurückziehen, sondern an den Orten jetziger Seelsorge-Einheiten sein und von da aus Unterstützungs- Leitungs- und kategoriale Aufgaben wahrnehmen.
- Die Tätigkeit der örtlichen Gemeindeteams soll möglichst einfach, unbürokratisch und selbstbestimmt angelegt sein.
Zudem wird in Beiträgen während der Arbeits-Phasen und in Pausengesprächen deutlich, dass gerade auch die Herausforderung, sich auf neue, bzw. bislang kaum genutzte Formate des Glaubens- und Gemeindelebens einzulassen, gute, erfrischende Erfahrungen ermöglichen kann.
Am Freitagabend und Samstagvormittag ‚lichtet sich der Nebel‘ für die Mitglieder des Pfarrgemeinderats, und es wird als Ergebnis zusammengetragen, gedeutet und strukturiert, wie katholisch-gemeindlich Kooperation auf der Höri und mit der Pfarrei-Neu organisiert werden sollte, was es dazu braucht, und wie ein Zeitplan für die kommenden Monate und Jahre aussehen könnte: