Freiburg/Stuttgart. Die Folgen der Lockdowns während der Corona-Pandemie wirken bei vielen jungen Menschen bis heute nach. Darauf weisen die Erziehungsberatungsstellen der Caritas in Baden-Württemberg anlässlich des Internationalen Tags der Jugend (12. August) hin. Besonders der zeitweise Wegfall persönlicher Kontakte zu Gleichaltrigen habe die soziale und psychische Entwicklung vieler Jugendlicher nachhaltig beeinträchtigt. Die hohe Nachfrage nach psychologischer Erziehungsberatung, die mit Corona nach oben schnellte, habe bis jetzt nicht nachgelassen.
Während der Pandemie stieg die Zahl psychischer Belastungen und Erkrankungen bei jungen Menschen deutlich an. Treffen mit Freundinnen und Freunden waren über lange Zeit kaum oder gar nicht möglich. Vielen Jugendlichen fehlten dadurch wichtige Erfahrungen im direkten Miteinander: gemeinsame Aktivitäten, spontane Begegnungen, Konflikte und Versöhnung, Nähe und Zugehörigkeit. Viele Jugendliche hätten in einer entscheidenden Lebensphase nicht gelernt, wie man Freundschaften aufbaut und Beziehungen anbahnt, lautet das Fazit der psychologischen Beraterinnen und Berater. Die damals 14-Jährigen seien heute 20 Jahre alt – und manche Schwierigkeiten zeigten sich nun im jungen Erwachsenenalter besonders deutlich.
Dies äußere sich etwa darin, dass sich das intensive „Zocken“ im Jugendalter nicht ausgewachsen habe, sondern im Erwachsenenalter fortgesetzt werde. Gleichzeitig lebten viele junge Erwachsene ohne Partnerschaft und verfügten nur über wenig Erfahrung darin, Kontakte zu knüpfen oder Beziehungen aufzubauen. Ein Teil der jungen Erwachsenen habe soziale Ängste entwickelt, ziehe sich zurück und bleibe lieber zu Hause, als sich auf Begegnungen mit anderen einzulassen.
Bei den psychologischen Erziehungsberatungsstellen der Caritas in ganz Baden-Württemberg werden in der Beratung neue Wege gesucht. Im Mittelpunkt steht unter anderem die Frage, wie junge Menschen wieder leichter mit anderen in Kontakt kommen können. In einem geschützten Rahmen üben sie, auf andere zuzugehen, Gespräche zu führen und soziale Sicherheit zurückzugewinnen.









