Begegnungen, die bleiben

22.10.2026 | Erzdiözese Freiburg auf der Messe „Leben und Tod“

Freiburg. „Die Messe wird uns fehlen“: Eine Besucherin hat am Stand der Erzdiözese Freiburg vielen aus dem Herzen gesprochen. Denn: Am 16. und 17. Oktober fand die Messe „Leben und Tod“ zum letzten Mal in Freiburg statt. Künftig öffnet sie jeweils im Frühjahr in Bremen ihre Tore.
 
Für die Erzdiözese Freiburg waren die beiden Tage mehr als ein Abschied von einem vertrauten Veranstaltungsort. Sie boten Gelegenheit, Menschen zu begegnen, zuzuhören und miteinander ins Gespräch zu kommen – über das Leben, das Sterben, den Abschied und die Trauer. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher informierten sich über kirchliche Angebote rund um das Lebensende und darüber, welche Unterstützung ihnen selbst oder ihren Angehörigen in schwierigen Zeiten zur Verfügung steht.
 
 
„Solche Gespräche zeigen, wie sehr Menschen sich wünschen, in schweren Situationen nicht allein zu sein“, bilanzierte das Team am Stand. Denn wenn ein Mensch stirbt, Angehörige Abschied nehmen müssen oder Trauer den Alltag bestimmt, gibt es viele Fragen – praktische ebenso wie persönliche und spirituelle. Umso wichtiger sind kompetente und einfühlsame Ansprechpersonen, die zuhören, Orientierung geben und Menschen in ihrer jeweiligen Situation begleiten. „Die Begegnungen auf der Messe machten deutlich, wie wertvoll es ist, für diese Themen Raum zu schaffen – offen, zugewandt und ohne Berührungsängste“, sagt Stephanie Brendel, Tandemleitung Initiative wertvolle Zukunft im Erzbischöflichen Ordinariat.  

Von Angeboten und Formaten

Am Stand stellte die Erzdiözese die vielfältigen seelsorglichen und bildungsbezogenen Angebote vor. Dazu gehörten die Palliativseelsorge, trauerpastorale Initiativen wie Trauercafés und Gedenkfeiern sowie Online-Veranstaltungen und Weiterbildungsformate. Der Fachbereich „Liturgie des Abschieds“ informierte außerdem über Qualifizierungen für Beerdigungsdienste.
 
Wie wertvoll insbesondere die Bildungsangebote für Menschen sind, wie etwa die Reihe zur Trauerbegleitung, die im Rahmen des Palliative Care Forums angeboten wird, die andere am Lebensende begleiten, brachte eine Besucherin auf den Punkt: „Ich danke Ihnen so sehr für Ihre Angebote der Weiterbildung. Das hilft mir so viel bei meiner ehrenamtlichen Begleitung sterbender Menschen.“
 
 
Die Rückmeldung zeigt, dass die Angebote über reine Wissensvermittlung hinausgehen, sagt Verena Wetzstein, Leiterin des Palliative Care Forums und Studienleiterin der Katholischen Akademie: „Sie stärken Menschen in ihrem Engagement, geben Sicherheit für herausfordernde Situationen und helfen ihnen, Sterbenden mit Aufmerksamkeit und Einfühlungsvermögen zur Seite zu stehen. Damit kommt die Unterstützung nicht nur den Ehrenamtlichen selbst zugute, sondern auch den Menschen, die sie auf ihrem letzten Lebensweg begleiten.“
 
Großes Interesse fanden die Broschüre „Sterben. Tod und Trauer. Gemeinsam Abschied nehmen“ und die Materialien der „Initiative wertvolle Zukunft“. Sie bieten Orientierung bei Fragen rund um das Lebensende, die Trauer, die persönliche Vorsorge und Nachlassregelungen. Ergänzt wurde das Spektrum durch digitale und telefonische Seelsorge sowie die ökumenische Notfallseelsorge, die in akuten Krisen rund um die Uhr erreichbar ist. Damit wurde zugleich sichtbar, wie vielfältig kirchliche Begleitung heute ist: Sie kann informieren und beraten, im Gespräch entlasten und in akuten Notlagen unmittelbar Unterstützung leisten.
 
Die Resonanz auf der Messe hat nach Bewertung der Expertinnen einmal mehr gezeigt: Menschen brauchen Orte, an denen auch schwierige Themen ausgesprochen werden dürfen, und Menschen, die ihnen mit Offenheit und Einfühlungsvermögen begegnen. Über den konkreten Austausch hinaus liegt darin ein wichtiger Impuls: Über Sterben, Tod und Trauer zu sprechen, kann helfen, Ängste abzubauen, eigene Wünsche rechtzeitig zu klären und sich auf Abschiede vorzubereiten. Es kann auch Angehörige darin bestärken, Unterstützung anzunehmen, statt mit ihren Fragen und ihrer Trauer allein zu bleiben.
 
Auch wenn die Messe Freiburg künftig verlässt, endet die Begleitung nicht mit ihrem Abschied. Die Erzdiözese Freiburg bleibt mit ihren seelsorglichen, beratenden und bildenden Angeboten an der Seite der Menschen – mitten im Leben, in Zeiten des Abschieds und auf dem Weg durch die Trauer.
 
(sb/vw/mf)
 
  
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