Kirchenentwicklung 2030

 
 
Kirchenentwicklung 2030 und „Pfarrei Neu“ 
Was kommt hier auf uns zu? – Wie wollen wir darauf zugehen?
 
Die katholische Kirche in Deutschland und anderswo durchlebt schwierige Zeiten, und auch die Engagierten und Verantwortlichen in unserer Erzdiözese und vor Ort erleben, dass Beteiligung und Mittel weniger werden. Mit dem Projekt „Kirchenentwicklung 2030“ soll gleichwohl den Gemeinden vor Ort und den Dienststellen der Erzdiözese ermöglicht werden, kirchliches Leben zu gestalten und Neues zu entwickeln.
 
Die Seelsorgeeinheit Höri soll im Zuge dieses Projekts bis Ende 2025 Teil einer Pfarrei neuen Typs werden. Dabei werden die 38 Pfarreien aus den bisherigen Seelsorgeeinheiten Höri, Radolfzell, Stockach, See-End, Krebsbachtal und Hohenfels zu einer „Pfarrei Neu“ vereinigt werden. Das bis 2008 bestehende Dekanat Östlicher Hegau umfasste genau dieses Gebiet. Als Arbeitstitel wurde für die Pfarrei Neu deshalb „Östlicher Hegau“ gewählt. Inzwischen steht der Name der neuen Kirchengemeinde fest: Bodensee-Hegau. 
 
Welche Herausforderungen das mit sich bringt, welche Ideen für Pastoral, diakonisches Handeln, für spirituelle Angebote und für organisatorische Regelungen schon konkret sind und welche noch entwickelt werden könnten, darüber haben sich der Pfarrgemeinderat und Gäste Ende September 2022 in Horn mit den Lokalen Projektkoordinatoren Pfarrer Heinz Vogel und Pastoralreferent Clemens Trefs aus Radolfzell ausgetauscht.
 
Manchen Teilnehmern dieser Runde wurde an diesem Abend erst so richtig klar, wie weitgehend die Veränderungen sein werden – glücklicherweise begleitet durch die sehr unkompliziert auftretenden und ermutigenden Projektkoordinatoren.
Es blieb die Erkenntnis, dass es klug wäre, sich jetzt in dieses Projekt einer grundlegenden Umgestaltung mit einzubringen – was nicht nur Hauptamtlichen und Pfarrgemeinderäten, sondern auch anderen Interessierten möglich ist.
 
Weitergehende Infos finden Sie weiter unten auf dieser Seite, oder unter
www.kath-bodensee-hegau.de
 
Dort haben Sie auch die Möglichkeit, sich für den lokalen Newsletter anzumelden.
 
 
Vollversammlung: Getroffene Entscheidungen
 
Die Vollversammlung der Pfarrgemeinderäte ist bis zur Errichtung der neuen Pfarrei 2026 ein zentrales Gremium. Sie besteht aus allen Mitgliedern der Pfarrgemeinderäte der sechs bisherigen Kirchengemeinden. Hier werden im Vorfeld der neuen Pfarrei anstehende Fragen geklärt, Vorschläge diskutiert und Entscheidungen verbindlich getroffen. 
 
Folgende Entscheidungen wurden getroffen:
  • Der Sitz der künftigen Pfarrei soll in Radolfzell am Bodensee sein.
  • Patron der neuen Pfarrei soll der Heilige Zeno sein, Pfarrkirche das Radolfzeller Münster. Zeno war der Patron des ehemaligen Chorherrenstifts am Münster in Radolfzell.
  • Der Name der künftigen Kirchengemeinde soll „Bodensee-Hegau“ lauten.
Erzbischof Stephan Burger hat diese Vorschläge angenommen und entsprechend festgelegt. 
 
Als Vorsitzender der Vollversammlung der Pfarrgemeinderäte wurde Hermann Schwörer aus der SE Höri gewählt, als Stellvertretender Vorsitzender Jürgen Brecht aus der SE Stockach. Kraft Amtes gehört zum Vorstand der designierte Leiter der neuen Pfarrei, Heinz Vogel
 
Das Leitungsteam der künftigen Pfarrei ist inzwischen komplett besetzt: Es besteht aus dem leitenden Pfarrer Heinz Vogel, dem Stellvertretenden Pfarrer Ekkehard Baumgartner, dem Pfarreiökonom Gerold Bayer und dem Leitenden Referenten Ralph Haas.
 
 
Kirchenentwicklung 2030 vor Ort: Website jetzt online
www.kath-hegau-ost.de
 
Seit kurzem präsentiert sich die Kirchenentwicklung vor Ort im östlichen Hegau auch auf einer eigenen Website im Internet.
 
Unter www.kath-bodensee-hegau.de finden Interessierte viele Informationen zu den Strukturen und Themen des lokalen Projekts, aber auch Ansprechpartner und Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQs), die laufend ergänzt werden. Wenn dennoch Fragen offenbleiben, gibt es verschiedene Kanäle zur Kontaktaufnahme.
 
Feedback, Anregungen und Mitmachen sind jederzeit willkommen. Für eine vielfältige und lebendige Kirche vor Ort.
 
 
Neue Kirchengemeinde Bodensee-Hegau
 
Künftig bildet unsere Seelsorgeeinheit Höri zusammen mit fünf weiteren bisherigen Seelsorgeeinheiten die neue Kirchengemeinde Bodensee-Hegau:
 
Bisherige
Seelsorgeeinheit
  Katholikinnen
und Katholiken
Anzahl bisherige
Pfarreien
Anzahl bisherige
Seelsorgeeinheiten
Hohenfels Liggersdorf, Mindersdorf, Mahlspüren, Winterspüren, Frickenweiler   1.785 38 6
Stockach Stockach, Hindelwangen, Hoppetenzell, Zizenhausen, Raithaslach, Mahlspüren, Mühlingen, Zoznegg, Gallmannsweil, Mainwangen   6.147
Krebsbachtal Eigeltingen, Heudorf, Honstetten, Nenzingen, Orsingen, Rorgenwies   3.371
See-End Bodman, Espasingen, Ludwigshafen, Wahlwies   2.943
Radolfzell Radolfzell, Böhringen, Stahringen, Güttingen, Liggeringen, Möggingen, Markelfingen 10.500
Höri Moos, Bankholzen, Weiler, Horn, Gaienhofen, Hemmenhofen, Wangen, Öhningen, Schienen   3.752
Neue Kirchengemeinde
  28.498
Erzdiözese Durchschnitt   43.175 29 6
 
Das Gebiet dieser neuen Pfarrei entspricht dem bis 2008 bestehenden Dekanat Östlicher Hegau.
Als vorläufiger Arbeitstitel war „Östlicher Hegau“ gewählt worden. Die Vollversammlung der Pfarrgemeinderäte hat sich als Name für die neue Kirchengemeinde für „Bodensee-Hegau“ entschieden; dieser Name wurde inzwischen von Erzbischof Stephan Burger bestätigt.
 
Die größte räumliche Ausdehnung hat diese neue Pfarrei mit 31 km Luftlinie zwischen den Kirchtürmen von St. Peter und Paul, Mühlingen-Mainwangen im Norden und der Blasiuskapelle, Öhningen-Kattenhorn im Süden. 
Von St. Cosmas und Damian, Eigeltingen-Eckartsbrunn im Westen bis zu St. Josef, Hohenfels-Selgetsweiler im Osten sind es 20 km.
 
 
Wie im Durchschnitt der Erzdiözese werden hier sechs bisherige Kirchengemeinden / Seelsorgeeinheiten zu einer neuen Pfarrei zusammengefasst. Die Katholikenzahl 28.500 ist hier jedoch viel kleiner als der Durchschnitt 43.200 in der Erzdiözese. Mit 38 bisherigen Pfarreien wird bei uns der Diözesan-Durchschnitt 29 übertroffen.
 
Die im Blick auf die Katholikenzahl größte Pfarrei in der Erzdiözese wird auf dem Gebiet des Dekanats Bruchsal mit 101.800 Katholikinnen und Katholiken gebildet, die kleinste Pfarrei wird dem ehemaligen Dekanat Lauda entsprechen und 18.800 Katholikinnen und Katholiken umfassen.
 
Weitere Informationen zur Kirche vor Ort und zur Pfarrei Neu:
 
Lokaler Newsletter „Bodensee-Hegau“:
 
 
Projekt „Kirchenentwicklung 2030“
 
Das Projekt „Kirchenentwicklung 2030“ ist ein Prozess, den Erzbischof Stephan Burger 2019 angestoßen hat, um die Erzdiözese Freiburg und die Seelsorge fit für die Zukunft zu machen. Dahinter steht die zentrale Zukunftsfrage der Erzdiözese:
 
Wie können wir auch künftig gewährleisten, dass das Evangelium in unserer Gesellschaft präsent ist und die Kirche als Gemeinschaft im Glauben lebt und wächst?
 
Kirchenentwicklung 2030 strebt auf der Basis der sich deutlich abzeichnenden Entwicklungen die Neugestaltung und Weiterentwicklung grundlegender Strukturen in der Erzdiözese Freiburg an. Dazu gehören auch neue räumliche Umschreibungen der Seelsorge und des kirchlichen Lebens.
 
Neben dem Zweig „Kirche vor Ort“ umfasst die Kirchenentwicklung 2030 zwei weitere Teilbereiche:
  • „Verwaltung und Struktur“
    umfasst die Organisationseinheiten auf gesamt-diözesaner und mittlerer Ebene, z.B. Ordinariat, Seelsorgeamt, Dekanate, Verrechnungsstellen oder Bauämter.
  • „Diözesanstrategie“
    nimmt die Erzdiözese als Ganzes in den Blick. 
 
1. Phase: Vorbereitung der Transformation
 
Vor Ort stehen seit Herbst 2021 die Zeichen auf Aufbruch. Aus den bisherigen 224 Seelsorgeeinheiten zwischen Odenwald und Bodensee werden 36 neue, kirchenrechtlich eigenständige Pfarreien, die zugleich Kirchengemeinden sind und den Herausforderungen der Zukunft besser angepasst sein werden.
 
Dabei geht es um mehr als die Zusammenlegung von Kirchengemeinden. In diesem Prozess geht es vor allem um einen tiefgreifenden Kulturwandel, damit Kirche anschlussfähig bleibt und ihrem Auftrag in Zukunft gerecht werden kann.
 
Kirchenentwicklung vor Ort setzt auf eine möglichst umfassende Beteiligung. Alle, denen Kirche am Herzen liegt, werden zum Gelingen des Projekts gebraucht. In die Prozesse vor Ort sind deshalb alle Handlungsfelder kirchlichen Lebens eingebunden – von der Seelsorge über die Caritas bis hin zur Bildung. Auch Partner etwa aus dem Bereich Ökumene oder aus den Kommunen werden einbezogen. Sie sind Teil eines wertvollen Netzwerks. 
 
2. Phase: Transformation und Konstituierung
 
In jeder der 36 künftigen Pfarreien gibt es ein lokales Teilprojekt der Kirchenentwicklung, mit zwei Lokalen Projektkoordinatorinnen oder Projektkoordinatoren. Sie schieben die lokalen Prozesse an, koordinieren und begleiten sie.
 
In diesen lokalen Projekten wird der Wandel vorbereitet. Während der Anfangsphase geht es darum, sich bewusst zu machen, was für uns als katholische Christinnen und Christen wichtig ist. Wir arbeiten an Haltungen und inneren Bildern zum Prozess. Außerdem nehmen wir wahr, was bereits da ist: Die Vielfalt an kirchlichen Orten und Aktivitäten, die konkrete und vertraute Glaubensheimat für die Menschen in der Region sind.
 
Nach der Grundlinien-Entscheidung des Erzbischofs geht es in den lokalen Projekten ans Entwickeln, das Würdigen des Bewährten, Experimentieren und konkrete Ausprobieren von Neuem. Auf diözesaner Ebene werden zugleich die Rahmenvorgaben zu einem „Betriebssystem“ für die künftigen Pfarreien konkretisiert. Auf dieser Basis entwickeln die Haupt- und Ehrenamtlichen vor Ort pastorale Konzepte, die für ihre lokale Situation passen und Seelsorge fit für die Zukunft machen.
 
Bis Ende 2025 soll diese Phase des Übergangs abgeschlossen sein.
Ab Januar 2026 werden die sorgfältig vorbereiteten neuen Pfarreien konstituiert.
 
3. Phase: Implementierung und Echtbetrieb
 
Die entwickelten Konzepte werden in den neuen Pfarreien umgesetzt und ggf. nachjustiert. 
 
Projektende 2030
 
Überprüfung: Was war und ist gut? Was müssen wir anpassen?
 
 
Weitere Informationen zum diözesanen Projekt „Kirchenentwicklung 2030“ auf der Projekt-Homepage.