Eine Bestärkung für die Berufung
27.04.2026 |
Jubiläum 100 Jahre „Päpstliches Werk für geistliche Berufe“ mit Pontifikalamt in Freiburg gefeiert
Freiburg. Mit einem Pontifikalamt hat die Erzdiözese Freiburg am Sonntag (26. April) das 100-jährige Bestehen des Päpstlichen Werks für geistliche Berufe (PWB) gefeiert. Die Gebetsinitiative engagiert sich für die Förderung von geistlichen Berufungen in der Römisch-katholischen Kirche. Angesichts der in Europa mittlerweile geringeren Anzahl von Priester- und Ordensberufungen sowie anderen Pastoralen Diensten, setzt Erzbischof Stephan Burger auf eine Stärkung des Berufungsbewusstseins: „Für den Ruf Gottes offen zu sein, ihn sich zu Herzen gehen zu lassen, darin junge Menschen zu bestärken, dem Ruf zu folgen, dafür setzen sich die Mitglieder des Werkes für alle Berufe und Dienste der Kirche ein“, sagte er in seiner Predigt.
Die historische Entwicklung
Als am 12. Juni 1926 in Freiburg ein „Frauenhilfswerk für Priesterberufe“ gegründet wurde, war das Fundament für das spätere Päpstliche Werk für Priesterberufe (PWP) gelegt, das Papst Pius XII. im November 1941 ins Leben rief. Im Jahr 1942 bestimmte die Fuldaer Bischofskonferenz die Freiburger Geschäftsstelle des bisherigen Hilfswerks als „Vorort“ des Päpstlichen Werkes für Deutschland. Neben dem PWP gründete Papst Pius XII. im Jahr 1955 auch ein Päpstliches Werk für Ordensberufe (PWO). Zehn Jahre später wurden die beiden Werke in Deutschland zusammengeführt im Päpstlichen Werk für geistliche Berufe (PWB). Aus der seit Ende der 20er-Jahre in Freiburg ansässigen Geschäftsstelle des Frauenhilfswerks und des späteren PWBs wurde in den 1970er-Jahren das „Informationszentrum Berufe der Kirche“. Heute trägt die Einrichtung den Namen „Zentrum für Berufungspastoral. Arbeitsstelle der Deutschen Bischofskonferenz für die Pastoral der geistlichen Berufe und kirchlichen Dienste“. Die Gebetsgemeinschaft setzt sich heute für alle Berufe und Dienste der Kirche im Gebet ein.
Bei all dem Auf und Ab durch die Geschichte hat sich jedoch an dem grundlegenden Phänomen einer Berufung nichts geändert, wie der Erzbischof in seiner Predigt ausführte: „Es bleibt stets das Wagnis, sich selbst auf die Stimme des Guten Hirten einzulassen, diese Stimme in sich wirken zu lassen, zu seinem Ruf Ja zu sagen, ohne zu wissen, was alles auf einem zukommen mag.“
Wertschätzung und Unterstützung
Die Gebetsinitiative für geistliche Berufe verbindet Menschen, denen das Gebet um Berufungen wichtig ist. Sie sind überzeugt, dass Gott auch heute die notwendigen Berufungen schenkt und setzen sich für alle Berufe und Dienste der Kirche ein. Es geht ihnen um einen Beitrag, das Berufungsbewusstsein aller getauften und gefirmten Christen zu stärken. Durch Wertschätzung und Unterstützung bereiten sie jungen Menschen den Weg in eine geistliche Berufung. Sie beten um Berufungen für eine lebendige Kirche von morgen. Deshalb gelte es laut Erzbischof Burger, das Päpstliche Werk auch weiterhin „mit unseren Aktivitäten und vor allem mit unserem Gebet zu begleiten, zu tragen und weiterhin für Arbeiter zu bitten, die den Ruf des Herrn vernehmen und sich in seine Ernte senden lassen“. Dies werde positive Wirkung entfalten.
Das Zentrum für Berufungspastoral befindet sich mittlerweile in Frankfurt. In Freiburg stand zum Weltgebetstag für geistliche Berufung am Guten-Hirten-Sonntag eine Feier an. Nach dem Pontifikalamt in der Kirche im Collegium Borromaeum folgte ein kleines Programm an, das auch einen Vortrag über die Geschichte des PWB beinhaltete. Der Jubiläumstag wird am 12. Juni in Frankfurt noch begangen.
Info
Die Wahl-Freiburgerin Maria Immaculata, Prinzessin von Sizilien und Herzogin zu Sachsen, gründete vor 100 Jahren das „Frauenhilfswerk für Priesterberufe“. 16 Frauen waren bei der Gründung dabei. Frauen aus dem ganzen Land sammelten Spenden, mit denen sie bedürftige Theologiestudenten unterstützten, und sie beteten um Priesternachwuchs. Im Jahr 1939 hatten sich bereits 250.000 Frauen dem Netzwerk angeschlossen. Die Nationalsozialisten verboten das Hilfswerk dann aber wegen angeblicher Volks- und Staatsfeindlichkeit. Heute ist das Zentrum für Berufungspastoral (ZfB) eine Arbeitsstelle der Deutschen Bischofskonferenz für Berufungspastoral. Von Frankfurt am Main aus unterstützt, fördert und vernetzt es die Arbeit der Bistümer, Ordensgemeinschaften und Säkularinstitute in ganz Deutschland.









