Caritas Venezuela im Großeinsatz

26.06.2026 | Notzentren, Lebensmittel und Schutz für Erdbebenopfer

Freiburg/Caracas. Nach dem schweren Erdbeben im Norden Venezuelas hat die Caritas Venezuela ihre Nothilfe umgehend aktiviert und koordiniert ihre Hilfsmaßnahmen über ein nationales Nothilfe-Koordinationszentrum. In zahlreichen Pfarreien und Kirchen wurden landesweit lokale Nothilfezentren eingerichtet, wo zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfer im Einsatz sind und die Betroffenen mit Lebensmitteln, Trinkwasser, und Hygieneartikel versorgen. Die Nothilfezentren dienen gleichzeitig als Anlaufstelle für Menschen, die durch die verheerenden Folgen der Erdbeben traumatisiert sind und Unterstützung benötigen.
 
Caritas Venezuela leistet seit vielen Jahren humanitäre Hilfe in dem von Hunger und Mangel geplagten Land.

 
„Unsere Kolleginnen und Kollegen sind seit den ersten Stunden nach dem Erdbeben im Einsatz. Sie verschaffen sich gemeinsam mit den Pfarrgemeinden ein Bild der Lage, versorgen die Menschen mit dem Nötigsten und begleiten diejenigen, die alles verloren haben“, sagt Jonas Brenner, Nothilfekoordinator von Caritas international für Lateinamerika und ergänzt: „Das ist umso bemerkenswerter, da viele der rund 30.000 freiwilligen Helferinnen und Helfer der Caritas selbst von den Folgen der Erdbeben betroffen sind.“
 
Besonders dramatisch ist die Lage in den küstennahen Bundesstaaten La Guaira, Caracas und Carabobo. „Bereits vor dem Beben lebten hier eher ärmere Bevölkerungsschichten“, sagt Jonas Brenner und betont, dass dadurch viele Menschen nun vor dem Nichts stünden. Viele Gebäude sind eingestürzt oder schwer beschädigt. Tausende Menschen verbringen die Nächte aus Angst vor weiteren Erschütterungen in Parks und auf öffentlichen Plätzen. Dort entstehen provisorische Lager. Familien suchen nach vermissten Angehörigen, Kinder sind zeitweise von ihren Eltern getrennt. Caritas-Teams erfassen den Hilfsbedarf direkt vor Ort und koordinieren gemeinsam mit den Kirchengemeinden die Versorgung.
 
Caritas international kann dabei gemeinsam mit ihren Partnern in Venezuela auf bestehende Strukturen zurückgreifen. Bereits vor dem Erdbeben war die Caritas mit verschiedenen Projekten in ganz Venezuela aktiv und unterstützte dort besonders vulnerable Menschen wie Kleinkinder, schwangere und stillende Frauen sowie alleinstehende ältere Menschen mit therapeutischer Zusatznahrung, sauberem Trinkwasser und half mit elektronischen Einkaufsgutscheinen für Lebensmittel und Hygieneartikel.
 
Viele Familien leiden unter Armut, Ernährungsunsicherheit und einem eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung.
 
„Dass wir bereits in den betroffenen Regionen arbeiten, ist jetzt ein entscheidender Vorteil. Unsere lokalen Teams kennen die Gemeinden, verfügen über funktionierende Netzwerke und können die Hilfe unmittelbar ausweiten. Dadurch verlieren wir keine wertvolle Zeit“, so Brenner.
 
Neben der Versorgung mit Lebensmitteln und Trinkwasser gewinnen Notunterkünfte und die Unterstützung traumatisierter Menschen zunehmend an Bedeutung. Viele Menschen stehen unter dem Eindruck der anhaltenden Nachbeben und können aus Sicherheitsgründen nicht in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Caritas begleitet sie in den Notunterkünften und unterstützt besonders schutzbedürftige Menschen.
 
„In den kommenden Tagen wird es darauf ankommen, die Menschen schnell und unbürokratisch zu erreichen. Die vorhandenen Caritas-Strukturen ermöglichen genau das. Mit zusätzlicher Unterstützung können wir unsere Hilfe erheblich ausweiten und noch mehr Familien erreichen, die jetzt alles verloren haben“, sagt Brenner.

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