Freiburg. Hennadi Shimoail will Menschen auf ihrem Glaubens- und Lebensweg begleiten und Räume schaffen, in denen Glauben erfahrbar, ehrlich und lebensnah wird. „Besonders wichtig ist mir die Arbeit mit jungen Menschen.“ Der 32-Jährige wird am Samstag, 11.07., von Weihbischof Dr. Peter Birkhofer zum Pastoralreferenten beauftragt. Hennadi Shimoail arbeitet aktuell als Pastoralreferent im Anerkennungsjahr in der Pfarrei St. Sebastian Mannheim. Die Feier findet in der Kirche St. Jodokus in Gaggenau statt. Insgesamt werden neun Frauen und Männer als Gemeindereferentinnen, Gemeindereferenten, Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten beauftragt.
Den jungen Menschen möchte Hennadi Shimoail Zugänge zu religiösen Themen eröffnen, die an ihre Lebenswelt anknüpfen und auch jenseits klassischer Wege ansprechbar sind. Positive Erfahrungen macht er aktuell bei seiner Tätigkeit im Religionsunterricht an einer Berufsschule. Die jungen Menschen würden diesen als Raum wahrnehmen, in dem sie ernst genommen werden. Für den 32-Jährigen wird deutlich: „Die überzeugendste Vermittlung christlicher Werte geschieht nicht primär durch Worte oder theologische Erklärungen, sondern durch eine glaubwürdige, zugewandte Haltung im eigenen Handeln und Lebensstil.“
Besondere Herausforderungen
Verschiedene Herausforderungen kommen sicher auf ihn zu, weiß der aus der Ukraine stammende Familienvater eines gerade erst geborenen Kindes. „Eine zentrale Aufgabe sehe ich darin, Glauben in einer zunehmend säkularen Gesellschaft neu zur Sprache zu bringen – kreativ, verständlich und glaubwürdig.“ Dabei sei die Balance zwischen pastoraler Professionalität, Teamarbeit und persönlicher Spiritualität eine bleibende Herausforderung, erklärt der studierte Theologe und Philosoph, der früher sowohl als Altenpfleger als auch als Jugend- und Familienreferent gearbeitet hat. Seine Assistenzzeit absolvierte er in der Seelsorgeeinheit zwischen Brigach und Kirnach im ehemaligen Dekanat Schwarzwald-Baar.
Als besonders herausfordernd empfindet Hennadi Shimoail den Vertrauensverlust, den Kirche in Teilen der Gesellschaft erfahren habe. „Negative Erfahrungen wirken oft lange nach und prägen Wahrnehmungen.“ Umso wichtiger erscheint ihm eine kontinuierliche, verlässliche pastorale Präsenz vor Ort. „Vertrauen wächst nicht durch einzelne Angebote, sondern durch tragfähige Beziehungen, Zeit, Verlässlichkeit und eine wertschätzende Begleitung von Menschen in ihrem konkreten Lebensfeld“, schildert der 32-Jährige. Sein Herz schlägt im Wirken besonders für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Er ist überzeugt, dass begeisterte Kinder Eltern für Gemeinschaft und kirchliches Leben öffnen können.
Ein lebenswertorientierter und beziehungsbezogener theologischer Ansatz ist dem angehenden Pastoralreferenten wichtig, welcher die Erfahrungen, Fragen und Suchbewegungen der Menschen ernst nimmt. „Glaube soll nicht zuerst vermittelt, sondern gemeinsam entdeckt werden.“ Dabei spielen für ihn ästhetische, kreative und partizipative Zugänge eine zentrale Rolle. „Theologisch orientiere ich mich an einem inklusiven, dialogischen Verständnis von Kirche, das weniger belehrt, sondern Menschen in ihrer persönlichen Glaubens- und Lebensentwicklung begleitet, stärkt und ermutigt.
Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten: Theologie und Seelsorge
Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten sind hauptamtlich Mitarbeitende, die in allen Bereichen der Seelsorge und im Religionsunterricht eingesetzt werden. Sie haben ein Theologiestudium und eine dreijährige Berufseinführung absolviert und arbeiten zum Beispiel im Seelsorgeteam einer Pfarrei, in Sonderfunktionen oder der Bildungsarbeit. Sie bringen christliche Werte in sozialen, kulturellen, ethischen, wissenschaftlichen und schulischen Kontexten ein und gestalten gemeinsam mit anderen Kirche und Gesellschaft vor Ort. Seit 1976 hat dieser Beruf in der Erzdiözese Freiburg einen unverzichtbaren und bewährten Platz im Miteinander mit ehrenamtlich Engagierten und den verschiedenen pastoralen Diensten. Derzeit sind rund 232 Frauen und Männer als Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten in der Erzdiözese tätig. Ihre Beauftragung haben die Seelsorgerinnen und Seelsorger in diesem Jahr unter die Leitworte „Angenommen in Liebe – Mutig voran“ gestellt.
(pef)










